Saisonvorschau

 

Schon in der Saison 2005/06 stellte REK das jüngste Team der Liga, und es wurde zu Beginn auf ganzer Linie unterschätzt. Selbst in dem - auf europäischer Ebene nur drittklassigen - Fiba EuroCup rechnete man allgemein damit, dass REK nur Kanonenfutter für die Gegner aus Griechenland, Italien, Russland und Spanien darstellen könnte.

 

Im deutschen Pokal schied man zwar schnell aus; im EuroCup lieferte die Mannschaft aber grandiose Spiele ab und scheiterte erst im Viertelfinale mit 1:2 an BC Kiew.

 

Der 75:73-Heimsieg gegen Dynamo Moskau Region, bei dem REK zwischenzeitlich mit 25 Punkten zurücklag, wurde durch ein 79:85 in Moskau gekrönt. BC Zadar wurde zu Hause mit 74:49 in die Schranken verwiesen. In Leuven waren viele Kölner Fans Zeuge des knappen 75:79-Sieges, gegen Cantu gab es auswärts ein ebenso knappes 74:79-Erfolgserlebnis, aber im Rückspiel in Köln folgte ein souveräner Sieg mit 95:70 - für Viele das beste Spiel, das Köln bisher gestaltete.

 

In der BBL folgten auf den dritten Platz der Hauptrunde in den PlayOffs ein 3:0 gegen Ludwigsburg, ein 3:2 gegen Bamberg (mit dem legendären 68:69-Sieg im fünften Spiel) und ein 3:1-Triumph gegen ALBA Berlin; auch hier wieder mit einem sensationellen 80:82-Sieg in letzten Sekunde, nachdem das Team schon mit 24 Punkten Rückstand fast hoffnungslos zurücklag.

 

Ob sich eine solche Saison auch nur annähernd wiederholen lässt?

 

(Fanergy)

 

 

 

 

Der 06.06.06 wird als historisches Datum in die Basketball-Geschichte von RheinEnergie Köln eingehen. Nach zwei Pokalsiegen (2004 und 2005) in Folge wurde eine starke Saison mit dem Titel des deutschen Meisters an diesem Tag gekrönt. Dabei wurde dies zum ersten Mal in der fünfjährigen Erstligazugehörigkeit nicht vor der Saison als offizielles Ziel bekannt gegeben. Das Team war das jüngste der Bundesliga, und auch Headcoach Sasa Obradovic war noch ein „Rookie“ an der Seitenlinie. Nun wird diesem Beispiel gefolgt, und von der Meisterschaft ist wenig zu hören in Köln. Zum einen wird bei der Vereinsleitung ein anderes Projekt in diesem Jahr im Vordergrund stehen: Eine neue Halle ist geplant, die in Mühlheim auf der anderen Rheinseite errichtet werden soll, und zu Beginn der nächsten Saison als neue Spielstätte vorgestellt werden soll. 

Zum anderen ist unklar ob der Kader solch hohen Ansprüchen gerecht werden kann. Mit Glen McGowan (zu Galata- saray) und Michael-Hakim Jordan (nach Cantu) verließen wichtige Säulen der letzten Saison den Verein. Während McGowan regelmäßig die meisten Punkte seines Teams erzielte, konnte Jordan mit genialen Pässen überzeugen. Und als ob das nicht schon genug wäre, müssen die Fans nun auch noch auf ihren Liebling, der außerdem zu Kölns Topscorer in den BBL-Finals gegen ALBA Berlin avanciert war, Titus Ivory verzichten, den es nach Litauen zu Vilnius zog. Neben den weiteren Abgängen (Vucurovic, Zimmer, Milovic) konnte der Kader jedoch beisammen gehalten werden, und wichtige Stützen wie Aleksander Nadjfeji und Immanuel McElroy bleiben der Mannschaft erhalten.

 

Auf der Aufbau Position entschieden sich Trainer Obradovic und Sportdirektor Stephan Baeck für neue Wege und verpflichteten den Ex-Bamberger Demond Mallet, der auf Grund seiner Spielweise von vielen eher auf der Shooting Guard Position gesehen wird. Er konnte letztes Jahr bereits auf höchster Ebene in der Euroleague überzeugen. Trotz seines zweiten Kreuzbandrisses, den er sich vor Beginn der Playoffs zugezogen hatte, konnte er fast die ganze Vorbereitung absolvieren und überzeugte auch in Testspielen, bei denen er seinen „neuen Job“ als Aufbau solide meisterte und viele Assists verteilen konnte.

Nach einer Aussage von Stephan Baeck steht Köln, dank der erstmaligen Euroleague Teilnahme, diese Saison ein „ganz neues Klientel von Spielern zur Auswahl“. Diese Beschreibung trifft am ehesten auf Marcus Faison zu. Der US-Amerikaner war einer der großen Stars der belgischen Liga und konnte dort mit Charleroi viele Titel gewinnen. Nachdem er letzte Saison auf Grund eines Kreuzbandrisses lange aussetzten musste, suchte er dieses Jahr nach einer neuen Herausforderung und erfüllte sich seinen Wunsch in der Euroleague zu spielen. Faison ist sehr vielseitig und kann auf allen drei kleinen Positionen auflaufen. Er ist ein exzellenter Schütze von jenseits der 6,25m und aus der Mitteldistanz, was er in der Vorbereitung eindrucksvoll beweisen konnte (unter anderem 23 Punkte gegen Bamberg). Auch ALBA Berlin durfte bereits Bekanntschaft mit ihm machen, als er ihnen vor einiger Zeit in einem Uleb-Cup Spiel 36 Punkte einschenkte.

 

Ronald Burrell kommt vom französischen Zweitligisten Levallois und stellt die große Unbekannte im Team von RheinEnergie Köln dar. In Frankreich lieferte er sehr gute Zahlen ab, fraglich jedoch, ob er dies auch in der BBL schaffen wird und so McGowan ersetzten kann. Sein Distanzwurf ist als deutlich schwächer einzuschätzen als der des in die Türkei abgewanderten Amerikaners. Dafür sollen sich Burrells Stärken vor allem beim Rebound hervor tun.

Neben diesen drei Spielern werden die Youngsters Tibor Pleiß, Davis Martens (beide aus der eigenen Jugend) und Stephan Carduck (aus Rhöndorf) das Team für 2006/2007 komplettieren. 

 

Das Team ist also insgesamt ein ähnlich strukturiertes wie im letzten Jahr. Auf den großen und breiten Centerspieler wurde auch diesmal wieder verzichtet. Im Kontrast zu den meisten anderen Bundesligisten, allen voran Berlin und Bamberg, die auf der Fünf personell ordentlich aufgerüstet haben. Trainer Obradovic und sein „Lehrmeister“, der erfahrene Assistant Coach Drasko Prodanovic, jedoch ziehen das schnelle dem langsamen Spiel vor und bauen auch in der kommenden Saison auf den schnellen und athletischen Center Marcin Gortat, der sich in der NBA Summerleague stark präsentierte (11,0 PPG). Dabei wird in Kauf genommen, dass man eventuell in der Defensive einen Jovo Stanojevic oder Darren Fenn nicht komplett ausschalten wird können . Auf dem Flügel ist die Defensive dafür um so stärker aufgestellt. Immanuel McElroy zählt zu den besten Verteidigern der Liga und auch die beiden Neuzugänge Faison und Mallet stehen ihm da in nicht Vielem nach. Viele Kölner Systeme werden auch in der neuen Saison wieder über die Brettspieler, natürlich vor allem Aleksander Nadjfeji, laufen. Außerdem wird dieses Jahr mehr auf die Schützen von der Dreierlinie gebaut. Nachdem dort im letzten Jahr bis auf Ivory eher wenig Zuverlässigkeit zu finden war, werden bald Mallet, Faison und Slijvancanin von „Downtown“ für die wichtigen Punkte zuständig sein. Wurden letztes Jahr noch die zweitwenigsten Dreier der ganzen Liga genommen, soll sich das nun ändern. Das wird erwartungsgemäß jedoch die einzige Umstellung im System sein. Gemäß dem Motto „Never change a winning Team“ wird sich von der Spielanlage her also nicht allzu viel verändern: Hart verteidigen und schnell nach vorne! 

 

Neben der Bundesliga wird sich das Team außerdem zum ersten Mal in der höchsten europäischen Spielklasse präsentieren. In einer Gruppe mit TAU Ceramica, Olympiacos, Efes Pilsen, Dynamo Moskau, Le Mans Sarthe, Prokom Tefl und Climamio Bologna ist Köln klarer Außenseiter. Die Euroleague sei „vor allem eine Herausforderung“ so Sasa Obradovic und man wolle zeigen, dass man mitspielen kann. Das Weiterkommen ist aber nicht als erklärtes Ziel angesetzt worden, und mit ein paar Siegen wären wahrscheinlich die Meisten zufrieden. Da der heimische Energy Dome eine zu geringe Zuschauer Kapazität für die Euroleague aufweist und die Kölnarena belegt sein wird, muss die Mannschaft in die Düsseldorfer Philips Halle (etwas über 7000 Plätze) ausweichen. Dort werden die Zuschauer mit zum Beispiel Luis Scola, Arvydas Macijauskas, Sofoklis Schortsianitis und Zoran Planinic einige der besten Spieler in Europa zu Gesicht bekommen. 

 

Das Tagesgeschäft bleibt jedoch auch dieses Jahr wieder die Bundesliga, in der Köln mittelfristig zum Zentrum des deutschen Basketballs werden soll, so die Ziele des Trainers.

Und wer weiß, wenn der Teamgeist und das „Wir Gefühl“, das Köln im letzten Jahr auszeichnete, sowie die Mentalität nie aufzugeben wieder so zu Stande kommen, kann auch die Saison 2006/2007 mit einem weiteren historischen Datum für die Kölner enden.

 

(Der Gruene Punkt Fan)

 


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