Pokalspiel in Oldenburg

 

 

Nach den zwei Pokalsiegen 2004 und 2005 begann die Saison 2005/06 am 15.02.2006 mit dem Achtelfinale in Oldenburg. Hier ist ein Bericht von der Fahrt der Fans:

So, also das Pokalspiel in Oldenburg stand an. Als Pokalverteidiger mussten wir natürlich mit und unsere Kölner Mannschaft unterstützen. Einen Bus haben wir leider nicht zusammenbekommen, so hieß es also, noch einen Platz in einem Auto zu ergattern. Alles kein Problem, wenn man sich im Kölner Forum angemeldet hatte. Schnell konnte einem dort wie immer geholfen werden. Die Autos wurden platz- und versicherungsmäßig bestens verteilt, und niemand musste zu Hause bleiben.

Für mich bedeutete das, in den Kölner Norden zu den Fordwerken zu fahren, um dort mitgenommen zu werden. Also ging es mit Lars und René auf zu der einsamen Haltestelle, wo wir auf unseren Fahrer Christian warteten. Das wirklich wunderschöne Fabrik-Panorama und die einmalige Landschaft im Gewerbegebiet versüßte unsere kurze Wartezeit.

Jetzt hieß es also: auf nach Oldenburg. Zum Glück brauchten wir uns keinerlei Sorgen zu machen, dass wir die Halle nicht finden oder uns in Oldenburg verfahren, da Christian dort in grauer Vorzeit irgendwann mal leben mußte, bevor er endlich das kölsche Paradies erreichte.

Beim ersten Teil der Fahrt drehten sich die Gespräche natürlich um den Gegner, die eigene Mannschaft, die eigene Trinkkapazität, die Anzahl der mitgereisten Kölner etc. Letzendlich sorgte dann der ansonsten so vollkommen ernste und schüchterne René mit seiner Paul-Panzer-CD für einige Lacher. Durch unsere Gespräche und diese humoristische Unterhaltung verging die Fahrt wie im Flug.

Die Halle zu finden und Einlaß zu erhalten war wie erwartet überhaupt kein Problem. Auch die restlichen kölner Fans warteten schon oder kamen knapp nach uns an. Bestens mit Trommeln, Tröten und Ähnlichem ausgerüstet gingen wir schnellstmöglich dazu über, gesangstechnisch die Oberhand in Oldenburg zu übernehmen. Würstchen und ein ganz merkwürdiges Bier aus dem Norden taten ihr Übriges zu unserer Stimmung. Vereinzelt wurden wir schon skeptisch und merkwürdig von Oldenburgern beäugt. So schöne Karnevalslieder sind in diesem Teil Deutschlands vor einem Basketballspiel selten zu hören. Kurz vor Spielbeginn konnte man ihnen schon praktisch ansehen, dass sie dachten: "diese Jecken können doch niemals so lange durchsingen". Weit gefehlt aber dazu später mehr.

Selbstverständlich begrüßten wir unsere Jungs lautstark und ließen stimmungstechnisch nichts anbrennen. Die oldenburger Fans waren unerwartet ruhig und zurückhaltend. Vielleicht auch einfach nur, weil sie von der Lautstärke der 20 bis 30 Kölner beeindruckt waren.

Leider konnten unsere kölner Jungs auf dem Feld nicht das halten, was wir uns versprochen hatten. Schnell gerieten sie in Rückstand und lagen zur Halbzeit mit 44:28 zurück. Das hatte sich die kölner Fangemeinschaft anders vorgestellt.

Aber wir wären nicht echte Kölner, wenn wir uns davon die Stimmung verderben ließen. Also bewegte sich der Fantross Richtung Vorhalle und stimmte zum Erstaunen aller Oldenburger weiter Hit für Hit des kölsches Liedguts an. Schwer beeindruckt bildete sich bald schon ein Kreis von trockenen Nordlichtern um uns herum und konnte nicht glauben, wie man noch so fröhlich bei diesem Rückstand diese ungewohnten Karnevalslieder anstimmen kann. Ganz vereinzelt wurde sogar einer dieser ernsten Oldenburger dabei erwischt, wie ein leichtes Lächeln und Grinsen sich auf sein Gesicht schlich. Was für eine Völkerverständigung.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass wir uns nicht wirklich groß dafür interessierten, ob wir direkt zu Beginn der zweiten Halbzeit unser Plätze eingenommen haben oder nicht. Dies begründet auch unsere wunderbare Polonaise mit unserer größten Trommel voran. Was sich wohl die Oldenburger bei diesem urkölschen Einzug in den Gästeblock dachten. Leider wird es nie ganz zu klären sein, aber eins ist gewiss: Die kölner Jecken vertraten eindrucksvoll die rheinische Frohnatur und verhielten sich wie würdige Karnevalsbotschafter!

Der weitere Verlauf des Spiels ließ auch fast keinerlei Hoffnung mehr auf einen Sieg zu. Nur das vierte Viertel konnte zwar eindrucksvoll mit 25:16 gewonnen werden, aber auch dies verhinderte nicht die kölner Niederlage (Endstand 75:66).

Selbstverstänlich wurde mit den Spieler abgeklatscht. Zu Überraschung aller klatschten sogar einige oldenburger Spieler (hier nicht nur der Altkölner Bill Edwards) mit uns ab. Wahrscheinlich zollten sie so unserer unnachgiebigen Stimmungsarbeit Tribut.

We zu erwarten, sorgten wir auch nach dem Spiel solang die Stimmbänder hielten dafür, dass an diesem Abend Oldenburg zur karnevalistischen Hochburg Norddeutschlands mutierte. Hierbei ist auch noch anzumerken, dass sich sogar die oldenburger Spieler bei ihrem Fantalk von unserem Hüpfen anstecken ließen und fröhlich mitmachten. Entsprechend lang blieben die Kölner nach dem Spiel in der Vorhalle, um mit ein paar Oldenburgern zu reden. Zu guter Letzt freuten wir uns noch über leckere Bratwürste, die gratis verteilt wurden.

Die Heimfahrt verlief gewohnt lustig und unterhaltsam, und zum Glück für uns ohne Probleme. Nach dieser großen Schlappe dachten wir eigentlich, den einen oder anderen Spieler vielleicht auf der Autobahn aufpicken zu können und ihm das Straftraining des Nach-Hause-Laufens zu ersparen, aber zu unserer Verwunderung geschah dies nicht.

Alles in allem eine gelunge Auswährtsfahrt, zwar mal wieder mit einer kölschen Niederlage im Ausland, aber dafür mit viel Stimmung und netten Fans die uns vielleicht skeptisch, aber immer freundlich empfangen haben. Nach so einer lustigen und spaßigen Fahrt kann man nur sagen: Gerne immer wieder!

(Doppelpunkt)


Völlig unnötigerweise hier noch ein paar Daten zum Spiel:

Die Viertel endeten 20:14, 24:14, 15:13 und 16:25.

Die erfolgereichsten oldenburger Schützen waren unser guter, alter Dollar-Bill (14, 0/4 3er), Wilbur Johnson und Kristaps Valters (je 13) und David Dixon (12).

Die besten Kölner waren Michael Jordan (16, 4/6 3er), Immanuel McElroy (11) und Marcin Gortat (10). Letztlich verloren wurde das Spiel durch 30 kölner Fouls, durch die Jordan, Talts und Grünheid frühzeitig das Feld räumen mussten; Oldenburg erzielte dadurch in 39 Versuchen 29 Punkte von der Freiwurflinie.


Und hier noch ein Bericht zum gleichen Thema:

Wieder hieß die Mission Titelverteidigung! Durch den Fiba Europe Cup sprang man mal wieder erst im Achtelfinale in den BBL Pokal! Man musste im Achtelfinale nach Oldenburg zu den EWE Baskets reisen! In der EWE Arena musste man auf den verletzten Glen McGowan verzichten! So verlor man direkt die ersten drei Viertel Und man ging mit fast 20 Punkten Rückstand ins letzte Viertel! Doch auch eine kleine Aufholjagd änderte nichts mehr an dieser Niederlage! Man verlor in Oldenburg mit 75:66! Topscorer mit 16 Punkten! Michael Jordan! Die Mission Titelverteidigung war schnell beendet! Nach 2 Jahren und zwei Titelgewinnen im BBL Pokal war dieses Jahr im Achtelfinale Schluss! Nachfolger von REK war Alba Berlin die im Finale GHP Bamberg schlugen!

(energiefan)


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